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Open Data: Das Wetter in Wien seit 1955 – Monat für Monat, Jahr für Jahr

#wieninzahlen-Chart Story #3 (06/2019)

Wien hat 2019 schon vor den Sommerferien die ersten drei Hitzewellen erlebt. Mit (voraussichtlich) zehn Hitzetagen befindet sich der Juni dieses Jahres damit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt. Letzterer ist in den vergangenen Jahrzehnten stark angestiegen: Zwischen 1955 und 1999 wurden auf der Hohen Warte in Wien nur durchschnittlich 1,2 Hitzetage im Juni gemessen. 2000 bis 2018 waren es 4,7. Woher wir das wissen? Seit Kurzem bietet die Wiener Landesstatistik im österreichischen Open Data Portal frei verfügbare Wetterdaten an.

Der Datensatz reicht bis in das Jahr 1955 zurück und umfasst insgesamt 21 monatliche Parameter der Messstation Hohe Warte, darunter Durchschnittstemperatur, Sonnenscheindauer, Luftdruck, Windgeschwindigkeit oder Frosttage. Der Datensatz wird jeden Monat um die aktuellen Werte ergänzt, Quelle ist die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

In Wien wird es wärmer

Der Klimawandel führt zum langfristigen Anstieg der Durchschnittstemperaturen auf dem gesamten Planeten und zu mehr extremen Wetterereignissen. Studien gehen davon aus, dass die globale Erwärmung auch in Wien die Durchschnittstemperaturen ansteigen lässt. Die Stadt hat daher schon Maßnahmen zur Anpassung eingeleitet.

Zur Veranschaulichung des Wandels des saisonalen Wetters in Wien haben wir zwei Indikatoren Monat für Monat und Jahr für Jahr mittels sogenannter Heatmaps visualisiert: Die monatliche Durchschnittstemperatur und die Anzahl der Hitzetage machen den allgemeinen Temperaturanstieg in Wien seit 1955 deutlich. An Hitzetagen überschreitet die Maximaltemperatur die Marke von 30 Grad Celsius.


Grafik: Durchschnittstemperaturen in Wien seit 1955

Eine Heatmap nutzt Farben zur Darstellung der Streuung von Datenpunkten und stellt diese als Muster dar, um Ähnlichkeiten und Unterschiede aufzuzeigen. Die obere Grafik zeigt den Anstieg der monatlichen Durchschnittstemperaturen in Wien seit 1955. Im Zeitverlauf sehen wir mehr rote und weniger blaue Farbe: Die Sommer und Winter werden wärmer. Auch die Anzahl der Hitzetage ist seit 1955 stark angestiegen. 1975 war das letzte und einzige Jahr seit 1955, in dem die 30-Grad-Marke an der Hohen Warte nicht geknackt wurde. Speziell seit den 2000er-Jahren breiten sich die Hitzetage auch in die Übergangsmonate Mai und September aus. Im Oktober wurden in Wien bisher noch keine 30 Grad gemessen.


Grafik: Hitzetage in Wien seit 1955

Immer mehr Daten und Visualisierung zu Wetter und Klima

Aufgrund der steigenden freien Verfügbarkeit von Klima- und Wetterdaten gibt es immer mehr Visualisierungen, die das Ausmaß des Wandels des globalen Klimas und lokaler Wetterereignisse darstellen und verständlich machen: zum Beispiel die Klimaspiralen und Klimastreifen von Ed Hawkings, die New York Times-Visualisierung urbaner Temperaturabweichungen im Jahr 2015, die strahlenförmige Visualisierung von Hitzewellen und Schneestürmen in 35 Städten oder die interaktiv dargestellten Wetterdaten von Mailand. Wir sind gespannt, ob die nun veröffentlichten Wiener Wetterdaten für die eine oder andere Anwendung genutzt werden.


Grafik: Abweichung der monatlichen Durchschnittstemperatur seit 1955 vom langjährigen Mittel als „Klimastreifen“

Open Data-Angebot der Stadt Wien

Die Stadt Wien stellt immer mehr Daten über das österreichische Open Data-Portal (CC-BY 4.0) bereit. Die Themen erstrecken sich von archäologischen Fundstellen, über Echtzeitdaten der Wiener Linien bis hin zu Wahlergebnissen. Die Wiener Landesstatistik bietet mit Stand Juni 2019 insgesamt 56 Datensätze online an und aktualisiert und erweitert das Open Data-Angebot laufend.

Daten

Wetter seit 1955 Hohe Warte Wien (Open Government Data)

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